Mahnwache

Manifest

Wir unterzeichnenden Frauen und Männer verschiedenster Herkunft, vernetzt im Einsatz für Frieden in Gerechtigkeit in der Region Israel Palästina, sind zutiefst erschüttert von den dortigen traurigen Ereignissen. Dazu können wir nicht länger schweigen. Durch die europäische Geschichte sind wir mit dieser Situation schicksalshaft verbunden.

Aufgrund unserer regelmässigen Kontakte mit christlichen Gemeinden und/oder verschiedenen Basisorganisationen in Israel/Palästina haben wir Kenntnis von den Auswirkungen der Politik auf Alltag und gesellschaftliches Leben. Deshalb äussern wir uns öffentlich.

Nicht-Bereitschaft und Unfähigkeit von PolikerInnen

Die Nicht-Bereitschaft und Unfähigkeit von Politikern und Politikerinnen zum Umdenken und Handeln hat einen Grad der Lebensgefährlichkeit erreicht, der unerträglich geworden ist. Wir stellen fest, dass gegenwärtig in der Region Israel/Palästina eine kalkulierte Friedensverhinderung stattfindet, die mit immer grösserer Geschwindigkeit in die Katastrophe zu führen droht.

Wir bejahen den Staat Israel

Wir bejahen den Staat Israel als legalen, aber auch kritikwürdigen politischen und nichtmessianischen Staat des 20. Jahrhunderts. Wir halten es für gefährlich, dass dieser Staat sich durch die aktuelle Regierungspolitik zunehmend in der Völkergemeinschaft isoliert.

Wir bejahen den Staat Palästina

Wir bejahen das Recht auf einen eigenen Staat der seit alten Zeiten ansässigen palästinensischen Bevölkerung. Trotzdem halten wir die gegenwärtige Elite der palästinensischen Autonomiebehörde für kritikwürdig.

Wir verurteilen Terrorismus

Wir verurteilen Terrorismus in welcher Form auch immer. Dazu gehört für uns jedoch nicht nur der Terror der Bomben, sondern auch der strukturelle Terrorismus – die Verhängung von Kollektivstrafen, Folter, Wirtschaftskrieg, Vertreibungen und Hausbesetzungen, ungerechte Verteilung der Wasserressourcen, Landenteignungen und Siedlungsbau, jegliche Missachtung der allgemeinen Menschenrechte, des Völkerrechts, insbesondere der Genfer Konventionen.

Eckpfeiler und Orientierungshilfen

Als Eckpfeiler und Orientierungshilfen für einen Frieden in Gerechtigkeit gelten für uns:

  • Die UNO-Resolutionen 242, 338, 181 und 194
  • Die Vereinbarungen von Oslo
  • Die Grundsatzerklärung des Jerusalem Link (einer Organisation von palästinensischen und israelischen Frauen)

Nur ein Leben in Würde fur alle Betroffenen wird die explosive Situation entschärfen. Für die Abwendung der Katastrophe bleibt nicht mehr viel Zeit. Wir gelangen deshalb an die internationale Völkergemeinschaft und an einzelne Regierungen, sich aktiver an der Problemlösung zu beteiligen.

Wir fordern

Beobachtung

der Menschenrechte durch einen Einsatz im besetzten Gebiet der Westbank, inklusive Ost-Jerusalem (Programm von EAPPI des ÖRK)

Unterstützung

von Friedensinitiativen, von israelischen und palästinensischen NGOs, die sich mit gewaltlosen Mitteln für Gerechtigkeit einsetzen.

Sensibilisierung

der Bevölkerung für die Problematik in Israel und Palästina durch Podien, Diskussionen, Vorträge oder Nakba-Ausstellungen

Kultureller Austausch

mit Palästina zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses.
z.B. durch Tanz, Theater, Fotoausstellungen

Planungsgruppe der Mahnwache:

  • Heinz Bichsel
  • Cornelia Hanke
    (berner.mahnwache@gmx.ch)
  • Albrecht Hieber
  • Daniel Sieber
  • Peter Kägi

GFP

  • Margrit Dutt (gfp@nahostfrieden.ch)