„Israel besetzte als Folge des Junikriegs im Jahr 1967 die Palästinensergebiete. Den Siedlungsbau haben sowohl linke wie auch rechte Regierungen unterstützt. Während die israelische Politik bis 1977 von der Arbeiterpartei beherrscht wurde, die hauptsächlich Siedlungen im strategisch wichtigen Jordantal bauen liess, wurde ab 1977 mit dem Wahlsieg der nationalkonservativen Likudpartei die Besiedlung des zentralen Westjordanlands intensiviert. Die treibende Kraft dahinter waren dabei die nationalreligiöse Bewegung und ihre SiedlerInnenorganisation Amana.

Im Westjordanland leben heute rund 400 000 Israelis in mehr als 120 Siedlungen. Rechnet man die jüdischen Siedlungen im ebenfalls besetzten Ostjerusalem dazu, steigt die Zahl der SiedlerInnen über eine halbe Million. Hinzu kommen einige Tausend, die in zirka hundert von Israel nicht genehmigten Aussenposten leben. >>> Siehe neuste UNO-Resolution dazu vom Dezember 2016

Seit 2009 sind die Attacken von SiedlerInnen gegen PalästinenserInnen und deren Eigentum laut einem Bericht der Uno um 165 Prozent gestiegen. Über 90 Prozent aller Fälle, die bei der israelischen Polizei zur Anzeige gebracht wurden, blieben ohne Anklage.“

Nach einem Artikel der WOZ vom 02.02.2012

Haaretz : Cleansing the Jordan Valley / Vertreibung im Jordantal (4.2. 2013)

Israel verursacht gravierende Ungerechtigkeit gegenüber Dutzenden von Armut geplagten (palästinensischen) Dorfgemeinschaften, die zum Leben auf Tierhaltung und Ackerbau angewiesen sind, laut Bericht von Amira Hass…

Beispiel von Landraub im Gebiet von Al-Jiftlik, palästinensische Ortschaft im Jordantal (nach dem Oslo-Abkommen in der C-Zone):

Am Sonntag (31. Okt. 2010) gerieten Beduinen von Al-Jiftlik Im Jordantal und Siedler aneinander, als letztere versuchten, die Siedlung von Massu’a auszudehnen. Die Expansion wird die Gemeinde von Abu Al Ajaj von Al-Jiftlik isolieren und bedeuten, dass die Beduinengemeinde den Zugang zu ihren Ländereien verliert, was ein Leben in ihrem Dorf verunmöglicht und deren Wegzug erzwingt.
In den vergangenen Wochen begannen Siedler mit der Errichtung eines Zauns, um mehr Land einer Beduinenfamilie abzuschneiden, indem sie mit Gewalt vorgingen. Bewohner riefen internationale Volontäre zu Hilfe, um die Übergriffe zu dokumentieren und die Fertigstellung des Zauns zu verhindern (Übersetzung aus dem Englischen. D. Sieber) …

Weitere Informationen unter http://www.jordanvalleysolidarity.org 
(Jordan Valley Solidarity campaign ist ein Netzwerk von palästinensischen Basisorganisationen des Jordantals und internationaler Unterstützer mit dem Ziel die Existenz der palästinensischen Bevölkerung zu beschützen…
 

Insgesamt hat die Landnahme durch die Beschlüsse und Massnahmen der israelischen Regierung dramatische Dimensionen angenommen, wie die Kartenserie im grösseren Format zeigt.